Wann sprechen wir vom plötzlichen Herztod?
Ein plötzlicher Herztod (oder sudden cardiac death) liegt vor, wenn das Herz völlig unerwartet und häufig
ohne Warnanzeichen aufhört zu schlagen und somit ein Kreislaufstillstand eintritt. Unbehandelt
führt er in praktisch allen Fällen zum Tod. In der Schweiz sterben jährlich ca. 12'000 Menschen am
plötzlichen Herztod, ca. 30 pro Tag. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache.
Was für Ursachen führen zum plötzlichen Herztod?
Die häufigste Ursache, die zum plötzlichen Herztod führt, ist eine Herzrhythmusstörung (eine so
genannte Kammertachykardie oder ein Kammerflimmern).
Was ist Kammerflimmern?
Die einzelnen Herzmuskelfasern ziehen sich in dieser Situation nicht mehr regelmässig zusammen,
sondern zucken chaotisch durcheinander, so dass keine effektive Funktion des Herzens mehr
besteht. Dadurch wird nicht mehr genügend Blut und damit lebensnotwendiger Sauerstoff durch
den Körper gepumpt. Am schnellsten ist davon das Gehirn betroffen, der Betroffene wird bewusstlos
und stirbt schliesslich, wenn nicht gehandelt wird.
Was ist ein Defibrillator?
Ein Defibrillator ist ein Gerät, mit dem man einen Elektroschock auslösen kann, um eine lebensbedrohliche
Herzrhythmusstörung wie das Kammerflimmern zu beenden. Dabei werden die Herzmuskelzellen
depolarisiert, um wieder mit ihrem normalen Rhythmus zu beginnen.
Früher konnten Defibrillatoren nur von Ärzten bedient werden – heute gibt es Geräte,
die es Laien erlauben, mit ihrer Hilfe Menschenleben zu retten.
Was ist ein AED?
Der Defibrillator für den Laien. Seit einigen Jahren gibt es den so genannten Laiendefibrillator, den AED
(Automatisierter Externer Defibrillator). Dies ist ein einfach zu bedienendes Gerät,
welches gefahrlos für den Benutzer und den Patienten verwendet werden kann.
Innerhalb kurzer Zeit ist es damit möglich, einen Elektroschock auszulösen, der Lebensrettung bedeuten kann.
Wieviel Zeit bleibt zum Reagieren?
Die Chance ein Herztodereignis zu überleben sinkt mit jeder Minute ohne
Defibrillation um 10% ( siehe Graphik ). Bereits nach 5 Minuten ohne effektive
Massnahmen wie Defibrillation und die Herz-Lungenwiederbelebung treten
erste bleibende neurologische Schäden ein. Dieser Zeitrahmen ist für die
professionellen Retter meist immer viel zu kurz.
Wann darf ich einen AED bedienen?
Im Notfall immer. Wir empfehlen jedoch einen etwa 7-stündigen Ergänzungskurs, zertifiziert durch das SRC (Swiss Resusciation Council). Nebst der Bedienung des AED's müssen auch die Abläufe wie Alarmierung, Herz-Lungenwiederbelebung und Beatmung intensiv trainiert werden müssen.
Kann ein Patient mit einem implantierten Schrittmacher oder einem implantierten Defibrillator mit einem Laiendefibrillationsgerät defibrilliert werden?
Der Patient kann mit einem Laiendefibrillationsgerät defibrilliert werden.
Allerdings ist darauf zu achten, dass die Elektrode nicht direkt über dem Schrittmacher geklebt wird.
Wenn eine Elektrode direkt büer dem Schrittmacher platziert wird,
kann der implantierte Schrittmacher beschädigt werden.
Wasser und Strom. Kann ein Defibrillator auch im Hallenbad eingesetzt werden?
Die Kombination von Wasser und Strom ist gefährlich. In einem Bad muss der Patient zuerst aus dem Wasser geborgen werden. Anschliessend muss er mit einem trockenen Badetuch oder Kleidungsstücken abgetrocknet werden. Zudem muss der Patient auf eine flache, nicht leitende Unterlage gebracht werden. Erst dann ist der Patient optimal für die Defibrillation vorbereitet.
Genügt es, wenn ich den Defibrillator ohne Basismassnahmen (Herz-Lungenwiederbelebung und Beatmung) einsetze?
Nein. Für einen positiven Ausgang der Reanimation ist es wichtig,
dass der Patient von Beginn seines Herzstillstandes beatmet wird und Herzmassage durchgeführt wird.
Der Defibrillator kann “nur“ defibrillieren, aber keine Basismassnahmen durchführen.
Nach den neusten Erkenntnissen ist es entscheidend,
ob und in welcher Qualität die Basismassnahmen eingeleitet und durchgeführt werden.
Daher ist eine praxisbezogene Ausbildung unumgänglich.
Wenn ich eine leblose Person defibrilliert habe,
beginne ich ja sofort mit 30 x Herzmassage und anschliessend 2 Beatmungsstössen über die Dauer von zwei Minuten.
Ist diese Massnahme für den Patienten nicht gefährlich, wenn er plötzlich einen eigenen Puls hat?
Nein. Die eigene Pumpleistung ist für eine optimale Blutversorgung im Körper noch ungenügend.
Mit der externen Herzmassage kann die Pumpleistung erhöht werden und der Sauerstofftransport zu den Zellen optimiert werden. Daher ist es wichtig, dass die Basismassnahmen während der Reanimation nie unterbrochen werden.
Der Patient wird erst neu nach dem ABCD-Schema beurteilt, wenn er Lebenszeichen hat.
Wie ist das Vorgehen, wenn eine Frau leblos auf dem Boden liegt und man erkennt, dass sie schwanger ist?
Trotz Schwangerschaft sollte die Frau defibrilliert werden.
Auch für Schwangere gilt das ABCD-Schema nach den Richtlinien des SRC (
www.resuscitation.ch).
> unser Angebot